Lebensmittel richtig lagern


Nicht immer ist Kälte gut
Lebensmittel richtig lagern

Der Blick in den Kühlschrank verunsichert: Wieder ist ein Joghurt abgelaufen und die Gurke sieht auch seltsam aus – vielleicht lieber wegwerfen? Die Barmer GEK gibt Tipps zur richtigen Lagerung von Lebensmitteln.

Gezielt einkaufen

Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) wirft jeder Deutsche pro Jahr durchschnittlich 82 Kilogramm Lebensmittel in den Müll – umgerechnet jedes achte Lebensmittel, das er einkauft. Das muss nicht sein: Wer seine Lebensmittel richtig lagert und zügig verbraucht, kann bares Geld sparen.

"Das Wichtigste ist der gezielte Einkauf mit dem guten alten Einkaufszettel", meint Marianne Rudischer, ernährungsmedizinische Beraterin bei der Barmer GEK. "Wer die Lebensmittel zu Hause richtig lagert, kann die Haltbarkeit deutlich verlängern. Denn Kälte ist nicht immer gut und nicht jedes Fach im Kühlschrank ist für die verschiedenen Lebensmittel gleich geeignet." 

Richtig kühlen – aber nicht alles

Zu den Lebensmitteln, die keine Kälte vertragen, gehören beispielsweise Bananen, Kartoffeln, Zucchini und Tomaten oder auch Gurken und Kürbisse. Birnen, Weintrauben, Blattsalate und Kohl hingegen können gut im Gemüsefach aufbewahrt werden. Moderne Kühlschränke haben verschiedene Kältezonen, die man nutzen kann: Unten ist es besonders kühl, die Innenfächer der Tür hingegen bekommen beim Öffnen die meiste Wärme ab. Daher sollten auf der kühlen Glasplatte über dem Gemüsefach leicht verderbliche Ware wie Fisch oder Fleisch, ganz oben im wärmeren Bereich selbstgekochte Gerichte und in der Tür Getränke, Eier und Butter lagern. 

Reife Früchtchen durch Ethylen

Auch bei der Lagerung außerhalb des Kühlschranks gibt es ein paar Dinge zu beachten, denn nicht alle Obst- oder Gemüsesorten ‚vertragen‘ sich untereinander." Manche Sorten scheiden mit zunehmendem Reifungsgrad Ethylen aus, das als Reifungshormon wirkt und andere Sorten schneller verderben lässt", erklärt Rudischer. Daher sollten ethylenausscheidende Sorten möglichst nicht mit ethylenempfindlichen zusammen liegen – zum Beispiel Äpfel mit Honigmelonen oder Bananen. "Umgekehrt kann man sich den Reifungsprozess jedoch auch zunutze machen, indem man beispielsweise leicht grüne Tomaten neben reifen Pflaumen lagert. Einen leckeren Tomatensalat kann man so schon etwas früher genießen." 

Kürbis süß-sauer

Wer länger etwas vom Herbst haben möchte, kann Saisongemüse in Essig oder Öl einlegen. Durch Essig entsteht ein saures Milieu, das die Vermehrung von Mikroorganismen verringert, sie aber nicht komplett aufhält. Sinnvoll ist es daher, das Einlegen mit anderen Konservierungsverfahren zu kombinieren. Um Kürbis einzulegen, eignet sich beispielsweise ein süß-saurer Sud. Dazu benötigt man 2 Kilogramm Kürbis, ¾ Liter Weißweinessig und je nach Geschmack 650 Gramm Zucker und Gewürze.

Wichtig ist, den Sud kochendheiß über das einzulegende Gemüse zu gießen und nach dem Abkühlen die Prozedur zu wiederholen. Die Gefäße dann am besten im Keller, zumindest aber kühl und dunkel, lagern.

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